Hallo,
Caius_P hat geschrieben: ↑11. März 2022 19:50"wiederentdeckt" ist ohnehin reine Publicity gewesen, denn die Story war nie vergessen.
jein, es ist wohl auch ein gutes Stück Mythenbildung dabei. Denn die Mär von dem in Vergesseheit Geraten und Wiederentdecken ist nicht nur in der Werbekampagne zu diesem Album kolportiert worden, sondern findet sich ja auch hinten in dem Album selbst im Abschnitt "Der goldene Hinkelstein - Ein wiederentdeckter Schatz". Dort heißt es:
Sie [die Geschichte] erschien 1967 in Form eines Schallplattenbuches (dessen Originalseiten Sie hier abgedruckt sehen.), das rasch vergriffen war und so zu Unrecht in Vergessenheit geriet.
Tatsächlich denke ich, wird diese Geschichte bei den meisten Asterix-Lesern (in Frankreich, in Deutschland war das Hörspiel ja ohnehin nie erschienen) weitgehend in Vergessenheit geraten sein. Und diese überarbeitete Neupublikation gibt diesen die Gelegenheit, sie nun wiederzuentdecken. Dass der Verlag die Geschichte erst 2019 wiederentdeckt habe, steht dort - in dem Album - nicht ausdrücklich. Anzunehmen ist, dass die Idee einer Publikation im Gestalt eines eigenen Albums erst in jüngerer Zeit entstanden ist - was man als Wiederentdeckung zur Vermarktung interpretieren kann. Denn dazu hätte es ja schon lange die Gelegenheit gegeben.
In dem Lucky Luke-Thread im Bereich "Außerhalb Galliens" haben wir ja z.B. jüngst gemeinsam herausgearbeitet, dass Morris eine ähnliche 1967 als Hörspiel auf Schallplatte erschienene Geshcichte bereits Anfang der 1980er Jahre "wiederentdeckt" und als Comic umgesetzt hat. Dass die Asterix-Geschichte nicht früher aufgegriffen wurde, z.B. auch nicht in Bd. 34, für den man ja durchaus Goscinny-Material gesucht und in der Reiseführer-Geschichte gefunden hat, lässt schon vermuten, dass "Der goldene Hinkelstein" in den Köpfen der Publikationsverantwortlichen zuvor keine Rolle gespielt hatte.
Gruß
Erik